Weihnachten 2020

„Gott, wir warten auf dein Kommen. Manchmal tasten wir uns bang durch die Tage unsres Lebens wie durch einen dunklen Gang. Gott, wir warten auf dein Kommen. Oft schon sind wir ganz verzagt, zweifeln, ob sich wird erfüllen, was du uns hast zugesagt. Gott, wir warten auf dein Kommen. Mancher glaubt schon längst nicht mehr, dass noch die Befreiung käme, dass ein guter Ausgang wär. Gott, wir warten auf dein Kommen. Wann bricht deiner Zukunft Schein – Zukunft, die die Welt verändert – in die Dunkelheit hinein? Gott, wir warten auf dein Kommen. Gib, dass jeder, wo er ist, spüren mag schon hier und heute, dass du, Gott, im Kommen bist.“

Dieser Liedertext von Martin Gotthard Schneider („Danke, für diesen guten Morgen“) ist so aktuell, dabei ist er schon 1972 geschrieben worden. Unser ganzes Sehen, nach Heimat und Geborgenheit, nach Sicherheit und Klarheit, nach Erlösung – nach einer „heilen Welt“, wird mit diesen Zeilen zum Ausdruck gebracht. Es ist die Sehnsucht, nach einem Halt und Ankerpunkt über unseren Alltag hinaus. Die Sehnsucht, in einer Zeit der Verunsicherung und dem Verlust von Halt, dass jemand übergeordnetes endlich eingreift und alles wieder geraderückt. Die Sehnsucht, dass es Gott doch gibt und uns jetzt zur Hilfe kommt.

Sehnsucht öffnet unsere Welt. Unser Leben und Alltag ist nicht mehr fest verschlossen, mit der Hoffnung öffnet sich der starre Kreis, in dem wir auf uns selbst verlassen sind. Die Hoffnung nimmt uns den Zweifel. Wenn wir heute auf das Kommen Jesu warten, dann mit der festen Hoffnung, dass die Geburt des Heilandes uns wirklich heil macht. Dass wir neu ausgerichtet werden, dass unsere Zukunft in einem neuen Licht lebbar wird und bleibt. Dass die Welt ein Einsehen hat und gerechter und menschlicher wird. Dass wir die Liebe Gottes wirklich spüren werden. Dass Gott in meinem Leben ankommt. Gott, wir warten auf dein Kommen.

Interessante News zum Thema Sterbekultur

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben ein Jahr 2020 erlebt, das uns nur umso deutlicher bewusst gemacht hat, wie verletzlich wir sind. Menschsein und Verwundbarkeit gehören untrennbar zusammen. Liegt ein Mensch im Sterben, wird ihm seine Verletzlichkeit und Endlichkeit in extremer Weise bewusst. Sterbende sind auf umsorgende Begleitung angewiesen, um den letzten Weg in einer individuellen Form des Gelingens schaffen zu können. Viele Menschen möchten in ihren letzten Tagen und Stunden von denen begleitet werden, die sie lieben. Es braucht Nähe, Berührung und darin Geborgenheit, wenn Menschen aus dem Leben scheiden.

Angehörige sowie haupt- und ehrenamtliche Betreuer*innen machen das Sterben zu einem sozialen Prozess rund um die Sterbenden. Covid-19, Lockdown und Lockdown light haben dies in Teilen unmöglich gemacht. Im Rahmen einer Livestream-Veranstaltung konnte ich am 17. November mit drei Mitgliedern des Deutschen Ethikrates, Jun.-Prof. Dr. Muna Tatari, Prof. Dr. Dr. Andreas Kruse, Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl und mit Daniela Schily (Generalsekretärin Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) über „Sterben in Zeiten von Covid-19“ diskutieren. Die Resonanz unter den rund 900 Zuschauenden war groß, und es gingen zahlreichen Fragen und Kommentare des virtuellen Publikums ein. Das Thema hat nachvollziehbar einen Nerv getroffen. Sie finden das Gespräch als Videoaufzeichnung auf unserer Website unter www.sepulkralmuseum.de/jupax

Zu den Auswirkungen dieser Pandemie gehört – neben den sozialen, medizinischen, psychosozialen und wirtschaftlichen Folgen – auch eine deutliche Zunahme der digitalen und virtuellen Lebenswelten. Im Rahmen von NEUSTART KULTUR, dem Rettungs- und Zukunftspaket der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), konnten wir zwei Förderungen einwerben.

Hierdurch ist es uns möglich, die technischen, die konzeptionellen und die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, um unser Publikum über die digitalen Kanäle besser zu erreichen. Unser Museum wird mit Ablauf von 2020 ein Drittel des Jahres geschlossen gewesen sein! Eine Institution, deren gesellschaftlicher Auftrag es ist, über die sogenannten Letzten Dinge aufzuklären, muss Wege finden, um im Verlauf einer Pandemie sicht- und hörbar zu bleiben. Dies ist uns mit Hilfe der BKM, der Kulturstiftung des Bundes und unter Einsatz von viel Eigeninitiative gelungen. Neben dem in 2021 zu realisierenden Projekt „Rethink, Rebuild, Restart!“, das auch von der CDW-Stiftung gefördert wird, haben wir in den letzten Wochen unsere Sonderausstellung „MEMENTO.Im Kraftfeld der Erinnerungen“ sowie Teile unserer Dauerpräsentation in digitale Ausstellungsräume ins Netz transferiert.

Dort finden Sie neben der Möglichkeit eines fotorealistischen Gangs durch unser Haus – Erläuterungen in Form von Texten und Videobeiträgen. Unsere neue Website konnte sich auch hier als wichtiger Dreh- und Angelpunkt beweisen. Der reale Ort unseres Museums, an dem wir hoffentlich bald wieder unsere Besucher*innen persönlich begrüßen können, konnte durch seine „Filialen“ im Internet an Bedeutung gewinnen.

Neben der Auseinandersetzung mit den Unwägbarkeiten und Chancen, die eine Pandemie bereithält, haben wir die Vorbereitungen für die Neukonzeption und Sanierung unseres Museums sowie zu unserer Ausstellung „SUIZID. Let‘s talk about it!“ forciert. Am 10. September 2021 – dem Welttag der Suizidprävention – werden wir sie in unserem Museum eröffnen. Die Ausstellung wird durch ein umfassendes Veranstaltungsprogramm erweitert und von einer Publikation begleitet werden. Bis dahin werden noch neun Monate vergehen, deren Verlauf aktuell nicht absehbar ist. Wir werden also wie in den vergangenen neun Monaten versuchen, uns gelassen, vorsichtig und kreativ auf die Unberechenbarkeit des Lebens einzulassen. Die Bedeutung des „Hier und Jetzt“ ist in 2020 für uns alle größer geworden.

Ich wünsche Ihnen ein glückliches und besinnliches Weihnachtsfest im Kreis Ihrer Lieben und einen guten Übergang in ein erfolgreiches, ein gesundes und ein hoffnungsvolles Jahr 2021!

Ihr

Dr. Dirk Pörschmann Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.Direktor Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur012013_1

Wohnen

Wir wünschen uns ein würdevolles Leben bis ins hohe Alter. Es soll selbstbestimmt sein und möglichst lange in den eigenen vier Wänden, in vertrauter Umgebung, möglich sein. Ebenso wünschen wir uns zu aller Zeit Teilhabe und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in der eigenen Stadt. 

Dazu müssen wir selbst überprüfen, inwieweit unsere jetzige Wohnsituation genau dafür geeignet ist; auch unter der Bedingung von Unterstützungsbedarf. Unterstützungsbedarf haben nicht nur Ältere, sondern auch junge Familien und Alleinerziehende.

Für die Sicherung der Daseinsfürsorge muss sich die Kommune zuständig fühlen.  Aber wir sind von ihr nicht mehr nur als passiver Leistungsempfänger gesehen. Im Gegenteil, es wird erwartet, dass wir uns für unsere Situation engagieren. Deshalb ist es wichtig, dass wir frühzeitig eine Vorstellung entwickeln, wie unser Leben bis ins Alter aussehen kann und muss. Wir sollen dafür entsprechende Weichenstellungen vornehmen.

So müssen wir uns informieren, über Wohnkonzepte die mit unseren Wünschen und Vorstellungen  vom Wohnen bis ins hohe Alter gut zusammenpassen. Erfahren, ob es solche Wohnkonzepte dort gibt, wo ich gerne alt werden möchte. Wir müssen für uns Entscheidungen treffen, ob und wann für uns ein Umzug in solch ein Wohnkonzept sinnvoll wäre. Und uns dann unter Umständen engagieren, dass solch ein wünschenswertes Wohnkonzept auch verwirklicht wird. Dazu ist es gut, sich mit anderen Menschen auszutauschen.

Schon jetzt lebt jeder fünfte Mensch in Deutschland allein. Wenn wir  nicht mit allen anfallenden Aufgaben allein sein wollen, sollten wir herausfinden, ob und wie Wohnen mit einem gewissen Maß an Gemeinschaft verbunden werden könnte - vielleicht auch kombiniert mit Versorgungs- und Pflegemöglichkeiten, vor allem aber mit Begegnungsmöglichkeiten. Diese Überlegungen könnten auch hilfreich von  ihrer ortsnahen Kirchengemeinde begleitet werden. Die Arbeitsstelle Seelsorge im Alter hat sich mit anderen lokalen Partnern zusammengetan, um diesen Überlegungen eine Plattform zu bieten.

Altersarmut

Der Begriff will die Situation vieler Älterer umschreiben, deren Alterssicherung nicht gewährleistet ist, weil sie monatlich (viel) weniger als 987 Euro zum Leben zur Verfügung haben. Es klingt sehr negativ und trifft damit gleich zwei Bereiche hart, das Alter und die Armut. Wer möchte so schon alt oder arm oder sogar beides sein? Es doch zu sein, versuchen viele Menschen zu verstecken und ziehen sich vorsichtshalber zurück; aus Scharm beantragen sie häufig nicht die ihnen zustehenden Unterstützungsgelder.

Altersbilder während und nach der Corona-Pandemie

In der Diskussion möglichen Ausstiegs aus den Kontaktbeschränkungen zur Pandemie, gibt es Überlegungen, zu einzelnen Personengruppen, für die Beschränkungen weiterbestehen sollen. Vor allem wird in diesem Zusammenhang von den „Älteren“ als „Risikogruppe“ gesprochen.

Ältere und besonders Schutzbedürftige sollen also (unbefristet) länger in „Quarantäne gehalten“ werden, damit sich Jüngere und Gesunde wieder wie gewohnt im öffentlichen Raum bewegen können sollen. Diesem Streben muss ausdrücklich entgegengewirkt werden. Ältere können nicht einfach allgemein als Risikogruppe erklärt und verstanden werden. Ob es sich um eine „Risikoperson“ handelt muss immer im Einzelfall herausgefunden werden! Risikopersonen gibt es in allen Generationen.

Durch diese Überlegungen wird die Gefahr, dass alle Älteren selbstverständlich als Risikogruppe gesehen werden sehr hoch. Das Schwarzweiß-Denken – Junge leisten, Ältere kosten – würde sich dadurch in den Köpfen verfestigen, aber es entspräche nicht der Wahrheit!

Entscheidungen über Kontaktbeschränkungen sollten immer mit dem Wissen über physische und psychische Auswirkungen einer längeren Isolation bei jedem Menschen einhergehen und berücksichtigt werden. Wir sollten uns mit Erkrankten und besonders gefährdeten Menschen solidarisieren und sie nicht als Gefahr betiteln und ausgrenzen.

Wir haben Menschen ein lebenswertes und würdevolles Altern zugesagt. Diese zutiefst christliche Haltung muss unter allen Umständen eingehalten werden. Jeder Mensch hat ja auch, egal in welcher Situation er sich gerade befindet Stärken, die für ihn selbst und andere bereichernd sind. Die Suche danach ist zu allen Zeiten eine schöne Aufgabe und unbedingt unterstützungswürdig.

Ältere pauschal als Risikogruppe festzulegen, fördert eine Altersdiskriminierung und festigt vorhandene Altersbilder mit negativen Auswirkungen, die wir schon vor Pandemiezeiten gerne aufgelöst hätten. Dem Gefühl nichts wert zu sein, nichts Sinnvolles für die Gesellschaft tun zu können versuchen wir seit Jahren, teils recht erfolgreich, mit Veranstaltungen und Aktionen entgegenzuwirken. Diese Bemühungen würden durch eine Pauschalierung konterkariert. Einladungen, sein Leben im Alter bewusst zu gestalten, würden nicht mehr so gehört und es braucht große Kraftanstrengungen dieses aktive Gestalten wieder in Gang zu bringen. Dabei bringen sich Ältere vielfach und fast selbstverständlich und hoch engagiert in der Gesellschaft ein. Das fiele durch eine anhaltende Kontaktsperre dann alles weg. Wie würde das die „produktive“ Gesellschaft kompensieren?

Also, wenn längere Kontaktsperren notwendig seien müssen, sollten Älteren und Risikopersonen, soziale Kontakte, Aktivitäten und gesellschaftliche Teilhabe weiterhin bzw. gerade jetzt ermöglicht werden. Nicht nur weil sie gebraucht werden, sondern weil sie es als Mensch wert sind!

„Auch und gerade nach der Pandemie brauche wir eine Gesellschaft, die jedes Leben gleich schätzt und gemeinschaftlich inklusiv in das soziale Leben zurückkehrt. Ein menschenwürdiges und menschenachtendes Zusammenleben der Bevölkerung ist das Fundament für eine demokratische Gesellschaft.“

Deutsches Institut für Menschenrechte, April 2020

Besuchen

Zeitgefährten

Wir werden so viel älter. Und doch gibt es irgendwann den Zeitpunkt, ab dem die Einschränkungen im Lebensalltag überwiegen. Wenn die Aufgaben immer weniger werden und die sozialen Kontakte schwinden, werden die Tage unendlich lang und schnell stellt sich Einsamkeit ein.

Fragen entstehen: Wer hat Zeit für mich und hört sich meine Sorgen und Freuden an? Wer stöbert mit mir in Fotoalben und wagt sich an mein altes Pflaumenkuchenrezept, begleitet mich auf einem kleinen Spaziergang oder Schaufensterbummel? Und wer kommt regelmäßig zu Besuch?

Die Zeitgefährten! Sie stehen als vertraute Person liebevoll zu Seite und begleiten Sie ein Stück. Wenn Sie mehr über die Zeitgefährten erfahren wollen oder sich einen Zeitgefährten wünschen, dann rufen Sie mich an.

Kontaktdaten

Geburtstagsbesuche der Kirchengemeinde

Der Geburtstag ist für Sie, wie für die meisten Menschen ein besonderer Tag. Idealerweise kommen viele, liebe Menschen gratulieren und feiern das Geburtstagskind.  Das ist nicht selbstverständlich. 

Die Familie lebt weit weg, die Nachbarn die man gekannt hat gibt es fast nicht mehr, der Freundeskreis ist kleingeworden. So Mancher bleibt allein an diesem Tag. Vielleicht ziehen Sie an diesem Tag sogar eine Lebensbilanz - die nicht immer positiv ausfallen muss.

Wäre es nicht schön, wenn ein Vertreter, eine Vertreterin der Kirchengemeinde Sie zu diesem Anlass besucht und Sie ins Gespräch kommen können?

Wenn Sie wissen wollen, ob es auch in Ihrer Gemeinde einen Besuchsdienst gibt und Ihren Geburtstag im Blick hat dann wenden Sie sich gerne an mich.

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Telefonischer Besuchsdienst

Während der Corona Pandemie waren keine persönlichen Besuche möglich. Aber Menschen haben telefonisch Kontakt zu Ihnen gehalten und es hat Ihnen gefallen.

Vielleicht könnten Sie sich gut vorstellen, auch weiterhin regelmäßige verabredete Telefonanrufe zu bekommen. Vielleicht entdecken Sie diese Idee gerade erst für sich und wollen mehr darüber wissen. So oder so, wir können gerne ins Gespräch kommen.

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Digitalisierung

Die Digitalisierung in unserem Land wird mit Hochdruck vorangetrieben. Sie wird unser Leben in allen Bereichen grundlegend verändern. Schon bald werden behördliche und öffentliche Dienstleistungen nur noch über das Internet erreichbar sein. Die Offenheit zur Digitalisierung steigt, aber viele Menschen fühlen sich damit nach wie vor überfordert; die meisten davon sind ältere Menschen. Berichte über Datenmissbrauch tun ihr Übriges und führen eben nicht dazu, sich doch für den Umgang mit der Technik zu interessieren. Häufigste Aussage deswegen: in meinem Alter brauche ich das nicht mehr. Eben doch! 

Um nicht große Teile der Bevölkerung dauerhaft von der digitalen Welt auszuschließen, müssen wir Gelegenheiten schaffen, die es älteren Menschen ermöglichen, den Umgang mit dem Internet bzw. dem „Gerät“ zu lernen und positive Nutzungserlebnisse zu bekommen. Aus Erhebungen wissen wir, dass Ältere, die bereits „online sind „ äußern, dass sie durch das „online sein“ einen erheblichen Gewinn fürs Leben erhalten haben. Am positivsten wird dabei der viel intensivere Kontakt zu Kindern, Enkelkindern und Freunden angeführt. 

Aber was ist „Smart Home“ oder das „Internet der Dinge“? Welche Technik unterstützt mich gut im Älterwerden, auf welche sollte ich besser verzichten? Was macht die Krankenkasse mit meinen Daten vom Fitnessarmband und sehe ich meinen Arzt bald nur noch auf dem Bildschirm? Wir kann ich meinen Personalausweis online verlängern?  Es ist gut, sich zu informieren und sich Gedanken zu machen. Dazu ist es hilfreich, den Umgang mit dem Internet zu kennen. Eine erste Annäherung kann bei einem Vortrag beginnen.

Jugendliche sind im Umgang mit Internet und technischen Geräten sehr vertraut. In den Kirchengemeinden gibt es gute Gelegenheit für ältere Menschen, mit Jugendlichen zusammenzukommen, um von ihnen in die digitale Welt eingeführt zu werden und gleichzeitig das Miteinander zu genießen. Näheres in der Rubrik „ Schulungen“

Demenz

Menschen mit Demenz sind zusammen mit ihren Angehörigen ein wachsender Teil unserer Ortsteile und Kirchengemeinden. Noch immer haben viele von ihnen die Neigung, sich zurückzuziehen. Mit ihnen Vielfalt zu leben und als Menschen mit und ohne Demenz aneinander zu wachsen ist aber unser Bestreben.

Gottesdienste, Kreise, Gruppen und Orte bleiben dann lebendig, wenn wir sie mit unseren jeweiligen Stärken und Schwächen bereichern. Im Zusammensein, im Dabeibleiben, können wir ausprobieren, wie miteinander leben gelingen kann und das Leben lebenswert bleibt.

Deshalb bereiten sich Menschen in den Kirchengemeinden vor, damit Auf-einander-zugehen gelingen kann und Unsicherheiten verschwinden. Kirchengemeinden wollen demenzfreundlich sein und das auch leben. 

Vorträge über Demenz werden angeboten, Mitarbeitende geschult, Informationsveranstaltungen für Angestellte und Personen im öffentlichen Raum angeboten sowie Thementage für Kinder und Jugendliche und natürliche integrative Gottesdienste. Sprechstunden und Beratungsgespräche können vor Ort in Räumen der Kirchengemeinden stattfinden, Schulungen und Selbsthilfegruppen werden dort, in nächster Nähe, zukünftig einen Ort haben.

Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen können sich eingeladen fühlen, in der Kirchengemeinde dabei zu bleiben oder gerade jetzt in ihrer Situation dazuzukommen und am Gemeindeleben teilzunehmen.

Pflege und Unterstützung liegt in den guten Händen der Diakonie, Gemeinschaft und Miteinander wird in den Kirchengemeinden gelebt.

Sterben, Tod und Trauer begleiten - unser diakonischer Auftrag, den wir uns zu Herzen nehmen

„Herr, lehre doch mich, dass ein Ende mit mir haben muss. Und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muss.“
Arie aus Brahms Requiem

Aber wann ist der richtige Zeitpunkt sich Gedanken zu machen? Da wir durch die moderne Medizin immer älter werden können, gerät der Gedanke an den Tod immer weiter in den Hintergrund – das ist ja noch so weit weg, darüber werden wir reden, wenn es soweit ist.

Umso unvorbereiteter trifft es uns, wenn wir plötzlich doch mit dem Tod eines nahen Angehörigen: der Eltern, des Ehepartners, Geschwister, vielleicht sogar des eigenen Kindes konfrontiert werden.

Auch die Trauer, die wir dann empfinden und die sehr schmerzlich ist, ist nicht vertraut und der Umgang damit verunsichert.

Tränen, in der Öffentlichkeit eher nicht gewollt, versucht man zu vermeiden. Es fällt schwer, sich über seine Gefühle Gedanken zu machen, sie zuzulassen und darüber zu reden. Und doch ist es allen klar, dass man um die Trauer nicht herumkommt. Dass sie wichtig ist, um im Alltag wieder Fuß zu fassen.

Reden wir den Tod herbei, wenn wir über ihn sprechen? Die einen wollen die Kinder schützen und ihnen nichts über Gedanken zum Sterben, Wünsche für die Beerdigung erzählen. Die anderen wollen den Eltern nicht vermitteln, dass sie sie bald sterbend sehen. So reden beide Seiten nicht miteinander. Die große Unsicherheit bleibt und wird häufig kompensiert, indem versucht wird, die kleinen Kinder vor Trauer, Angst und Ohnmacht zu schützen und Gespräche darüber zu vermeiden, weil man ihnen Erfahrungen mit diesen Themen möglichst ersparen will. Jedoch, nichts ist so sicher wie der Tod. 

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen“
Psalm 90

Wir können lernen uns früher, ohne drängenden Grund, auf den Tod einzustellen, lernen darüber zu sprechen, auch mit unseren Kindern, und uns Gedanken machen, wie wir mit Trauer umgehen können. Das brauchen wir nicht allein zu tun. Es gibt Veranstaltungen, Gruppen und Kreise die auf dem Weg dahin hilfreich seien können. In einer Sterbebegleitung können wir uns helfen lassen. Manchmal braucht es ein persönliches Gespräch. Egal was, die Fachstelle Seelsorge im Alter ist an Ihrer Seite, hilft Ihnen gerne weiter.

Frauen

Viele Menschen sehnen sich den Ruhestand herbei und freuen sich auf das Mehr an Zeit. Nicht Jeder weiß diese Zeit für sich zu füllen. Vor allem dann, wenn die Erwerbstätigkeit im Mittelpunkt des sozialen Lebens stand, fehlt häufig nun die gewohnte Struktur und auch Anerkennung. Mit Beendigung der Erwerbstätigkeit fällt dies weg.

Viele Frauen, haben zusätzlich zur Erwerbstätigkeit noch den Haushalt und die Kindererziehung gemeistert. Viel Freizeit blieb da nicht. Nachdem die Kinder das Elternhaus verlassen haben und nun der Ruhestand da ist, werden auch die Aufgaben im Haushalt weniger. Was ist mit den Frauen, die keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen sind? Wie kann sich das Leben im Alter von dem bisherigen Leben für sie abheben? Es wäre gut, wenn noch während der Berufszeit, der Familienzeit, nach interessanten Freizeitbeschäftigungen Ausschau gehalten wird. Dazu ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass das Leben im Ruhestand kein langer Urlaub ist, bei dem man sich einfach die Zeit vertreibt. Man braucht neue Herausforderungen, die Geist und Körper fordern, und neue Aufgaben, die den Tag strukturieren.

Vielleicht lohnt es sich doch, die Angebote einer Kirchengemeinde zu betrachten.

Dort gibt es viele Möglichkeiten auch oder gerade für Frauen sich in den Gruppen z. B. bei „Sozialen Netzwerken“ anzudocken, in Frauenkreisen einen Ort zu finden oder dort eigene Angebotsideen zu verwirklichen. Immer mehr kirchliche Angebote orientieren sich an der Lebenslage von Frauen in nachberuflichen Leben. Neue Mitmach- und Mitdenkangebote sind ein guter Anlass um zusammen zu kommen, vor allem aber ein guter und wichtiger Raum für Frauen, sich untereinander auszutauschen.

Häufig erleben Frauen zuhause eine Krankheitssituation, pflegen Ehepartner oder Eltern führen den Haushalt ganz allein. Nach dem Tod des Ehepartners leben sie noch viele Jahre allein. Nicht selten ist ihnen der Schriftverkehr mit Behörden, der Umgang mit digitalen Geräten nicht vertraut. Dann ist es gut, in einer Frauenrunde, vielleicht aber auch gerade dann in einer gemischten Gruppe in der Kirchengemeinde Ansprache und Halt zu bekommen. Zu Trauern, neue Aufgaben zu erlernen und von anderen zu lernen, braucht einen Ort – wie trostvoll den dann mit vertrauten Menschen zu teilen.

Wozu haben Sie Lust? Welche Ideen haben Sie?

Frau, was können wir für dich tun?

Männer

Viele Menschen sehnen sich den Ruhestand herbei und freuen sich auf das Mehr an Zeit. Nicht Jeder weiß diese Zeit für sich zu füllen. Vor allem dann, wenn die Erwerbstätigkeit im Mittelpunkt des sozialen Lebens stand, fehlt häufig die gewohnte Anerkennung. Da für Freundschaften außerhalb der Arbeit kaum Zeit blieb, werden Kollegen zu Freunden und  in der Freizeit werden berufliche Kontakte häufig weiter gepflegt. Mit Beendigung der Erwerbstätigkeit fallen all diese Verpflichtungen weg.

Gerade Männer, haben häufig nur einige bis gar keine eigenen Kontakte. Viele sind es gewohnt, dass die Frau den Freundeskreis organisiert, und fühlen sich überfordert oder unwohl damit, nun von sich aus sozial aktiv zu werden. 

Es ist jedoch gut, wenn noch im Beruf nach interessanten Freizeitbeschäftigungen Ausschau gehalten wird. Dazu ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass das Leben im Ruhestand kein langer Urlaub ist, bei dem man sich einfach die Zeit vertreibt. Man braucht neue Herausforderungen, die Geist und Körper fordern, und neue Aufgaben, die den Tag strukturieren.

Auf den ersten Blick scheinen die Angebote bei „Kirchens“ eher für Frauen zu sein.

Und doch gibt es viele Möglichkeiten auch oder gerade für Männer sich in den Kirchengemeinden z. B. bei „Sozialen Netzwerken“ anzudocken, in Männerkreisen einen Ort zu finden oder dort eigene Angebotsideen zu verwirklichen. Immer mehr kirchliche Angebote orientieren sich an der Lebenslage von Männern. Neue Mitmach- und Mitdenkangebote sind ein guter Anlass um zusammen zu kommen, vor allem aber ein guter und wichtiger Raum für Männer, sich untereinander auszutauschen.

Immer häufiger erleben Männer zuhause eine Krankheitssituation und müssen plötzlich die Haushaltsführung und die Pflege des Ehepartners übernehmen; nicht mehr selten bleiben sie nach dem Tod der Ehefrau allein zurück. Dann ist es gut, in  einer Männerrunde, vielleicht aber auch gerade dann in einer gemischten Gruppe in der Kirchengemeinde  Ansprache und Halt zu bekommen. Zu Trauern, neue Aufgaben zu erlernen und  von anderen zu lernen, braucht einen Ort – wie trostvoll den dann mit vertrauten Menschen zu teilen.

Wozu haben Sie Lust? Welche Ideen haben Sie?

Mann, was können wir für dich tun?